Tätigkeitsbericht 2014

Tätigkeitsbericht 2014

Die Landesregierung hat zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, UN-BRK eine Fachkommission Inklusion eingesetzt, angesiedelt beim Behindertenbeauftragten Niedersachsen, in das zwei Vertreter der LPEN e.V. berufen wurden und die Interessen der Psychiatrie-Betroffenen vertreten. Inzwischen haben sich diese Vertreter in der Arbeitsgruppe Familie, Pflege und Gesundheit eingebracht.

 

Die Leitsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur sog. Zwangsbehandlung in der Psychiatrie veranlasste eine Reihe von Diskussionen, Stellungnahmen und Gesetzentwürfen, die unsere Arbeitsgemeinschaft intensiv verfolgte. Bei der Anhörung im Sozialausschuss des Landtages brachten wir unsere Stellungnahme zur Novelle des nds. Maßregelvollzugsgesetzes (MvollzG) erneut ein. Weiterhin befassten wir uns mit der ebenfalls anstehenden Novelle des NPsychKG.

In diesem Zusammenhang haben wir wieder verstärkt auf die Möglichkeiten zur Vorsorge für den Fall der Einwilligungsunfähigkeit hingewiesen (Patientenverfügung, Vorsorgevollmachten), besonders da andere Protagonisten konkurrierende Instrumente, z.B. sog. Behandlungsvereinbarungen, die aber keine Rechtsverbindlichkeit besitzen, empfehlen.

Nach 6 Jahren hielt die LPEN e.V. wieder einen niedersachsenweiten Selbsthilfetag 2014 in Delmenhorst mit 35 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus verschiedenen Städten Niedersachsens und Bremens ab. Es war eine gute Resonanz bei den 3 Arbeitsgruppen und die beiden ImpulsreferentInnen Christoph von Seckendorff (Hannover) und Frau Meyer-Erfurt (Scheeßel) kamen beim Publikum gut an. Birgit Linnemann bot einen therapeutischen Workshop mit Klangschalen an, die zur Entspannung beitragen sollen. Der Selbsthilfetag fand am Samstag, den 21. Juni 2014 in der Zeit von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Stadtmitte in der Lutherstraße 4 in Delmenhorst statt. Der örtliche Organisator Ronald Kaesler konnte mit entsprechender Vorlaufzeit und Unterstützung der Selbsthilfegruppe „Relax“ den Selbsthilfetag gut vorbereiten und durchführen.

Ein 2-seitiger Bericht über den im niedersächsischen Delmenhorst stattgefundenen Selbsthilfetag der LPEN e.V. verfasste der Öffentlichkeitsarbeiter Ronald Kaesler und konnte diesen im Rundbrief des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V., BPE e.V. sowie in der Delmenhorster Selbsthilfezeitung "BLITZLICHT" Ausgabe 3 / 2014 mit einer gedruckten Auflage von 1.700 Exemplaren veröffentlichen.
Das Zeitungs-Redaktionsteam um Klaus-Dieter Wackwitz und Ronald Kaesler haben eine 32-seitige Zeitung "LPEN-Nachrichten" im November 2014 mit einer Auflage von 420 Exemplaren sowie im Frühjahr 2014 einen 12-seitigen Rundbrief "Psychiatrie-Erfahrenen Post" mit einer Auflage von 400 Exemplaren zusammengestellt, herausgegeben, lay-outet, produziert und an die Mitglieder und an befreundete Verbände und Vereine, Institutionen sowie Partnerzeitungen verschickt.

Der Webmaster (Andreas Knötgen) hat laufend die Seite www.lpen-online.de mit neuen Nachrichten und Terminen aktualisiert und gepflegt. Es wurden auch viele redaktionelle Änderungen (z.B. Verlinkung mit weiteren Selbsthilfeseiten) vorgenommen und die Struktur der Seite wurde verbessert. Der Kontakt mit dem Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit (Ronald Kaesler) war dafür sehr wichtig. Dazu wurde auch noch die Seite selber (das Content Management System, CMS Joomla) mit Updates versorgt.

Hervorzuheben ist das niederschwellige Angebot an Betroffene, sich über das Kontaktformular an uns zuwenden und zeitnah Rat und Hilfe zu erhalten. Weiterführende Angebote findet der Ratsuchende etwa durch die von uns stetig aktualisierte Liste der örtlichen Selbsthilfegruppen.

Zu festen Terminen hielten die landesweit verstreuten Aktiven monatlich eine Telefonkonferenz und eine Vorstandssitzung ab, um ihre Arbeit zu koordinieren und Informationen auszutauschen. Letztere fand in den Räumen des Vereins Psychiatrie-Erfahrener Hannover (VPE) statt, ist moderiert und gewöhnlich für Interessierte offen. Ein Vertreter des LPEN nahm auf der Sitzung des BPE-Gesamtvorstandes am Austausch zwischen Bundes- und Landesebenen teil. Das Treffen des Sprecherkreises in entspannter Atmosphäre, das in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gruppe organisiert wurde, hat in Lüneburg zum Thema „Betreuungsrecht“ mit Richter Bohl stattgefunden.

Die diesjährige Weihnachtsfeier fand im Anschluss an eine Vorstandssitzung statt, so dass Interessierte einen Einblick in unsere Arbeit bekommen konnten und der Zusammenhalt im Verein gestärkt wurde.

Wichtige Informationen gewannen wir in Medien und angeschafften Fachpublikationen und tauschten uns darüber (telefonisch oder per Mail) aus; daneben bildeten wir uns u.a. auf Veranstaltungen weiter: So bot unser Dachverband BPE in Bremen einen Medienworkshop „PE's als Interviewpartner“ sowie eine Fortbildung zur Krisenbegleitung in Hamburg an. Außerdem förderten wir die Teilnahme von Mitgliedern auf der Fachtagung des Bundesweiten Netzwerks der Sozialpsychiatrischer Dienst zu dem Thema „Die Rolle der sozialpsychiatrischer Dienste im Sozialraum – Segel setzen“.

Die Förderung der Besuchsdienste geschlossen untergebrachter Betroffener wurde weiter umgesetzt. Damit sollen Ehrenamtliche unterstützt werden, die Untergebrachte oder Kranke mit einem Besuch in Einrichtungen ermutigen wollen (ähnlich „grünen Damen“). In diesem Zusammenhang konnten wir mit Unterstützung der BEK/GEK zwei Seminartage veranstalten. Im Juni trafen wir uns, um das Ziel und die Umsetzung zu konkretisieren. Im Dezember entwarfen wir eine Möglichkeit zur finanziellen Entlastung durch Aufwandsentschädigung und Fahrkostenerstattung für die besuchenden Mitglieder im Rahmen der Pauschalförderung der LPEN 2015.

Die Planungen zum Jubiläumsjahr des Vereines 2015 mit Sondierung der Fördermöglichkeiten und der Bildung eines Festkomitees etc. sind in Angriff genommen worden und werden dem Verein nach Rückschlagen hoffentlich neuen Schwung verleihen.